Sind Papierbewertungen noch zeitgemäß?

Publiziert 16. Juli 2015 | Von Henriett Stegink

Viele Veranstalter setzen Bewertungsbögen in Papierform ein. Aber zunehmend setzt sich auch die webbasierte Erfassung durch.

  • Wie zeitgemäß ist Papier wirklich noch?

  • Und welche Fallen lauern bei beiden Varianten?

Nehmen die Teilnehmer ihre Bewertungen auf Papier vor, hat man sehr einfach und unmittelbar eine Vorstellung davon, wie viele Rückläufer es tatsächlich gibt. Wir können den „Gruppenzwang“ positiv ausnutzen, wenn der Trainer die Veranstaltung abschließt, sich ausdrücklich noch einmal für die Aufmerksamkeit und rege Mitarbeit bedankt und zuletzt um den freundlichen Gefallen bittet, die Formulare auszufüllen, bevor man geht.

Tipp:

Namen, Abteilung usw. sollten immer freiwillig oder am besten gar nicht erfasst werden, da es Ungewissheit zur Aufrichtigkeit gibt, weil die Teilnehmer sich fragen, ob kritische Anmerkungen eventuell zu Sanktionen führen können und daher lieber nur ganz positiv urteilen. Das hilft jedoch nicht, die Trainingsveranstaltung realistisch zu bewerten und Anhaltspunkte für Verbesserungen zu finden!

Gegen Papier spricht zudem, dass die Teilnehmer durch die Anwesenheit des Trainers beeinflusst werden könnten. Es entsteht unter Umständen ein verzerrtes Bild, weil die Persönlichkeit des Trainers nachwirkt. Je nach Sympathie geben sie ihm „Bonuspunkte“ oder sie geben dem inneren Drang nach, eventuell noch offene zwischenmenschliche Probleme über den Bewertungsbogen zu „lösen“.

Erprobterweise sollten Sie die Bewertungsbögen nicht zur späteren Bearbeitung mitgeben oder auf die spätere Möglichkeit der Online-Erfassung hinzuweisen. Die Rückläuferquote sinkt dramatisch, weil die Bögen einfach vergessen werden. Es liegt in der Natur des Menschen, dass gegenwärtige Probleme höher gewichtet werden, als zurück liegende. Allerdings erhalten wir bei späterem Ausfüllen der Bögen gelegentlich eine qualitativ höherwertige Datenbasis. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand zur Veranstaltung vergessen Menschen nämlich vor allem ihre Emotionen. Wir beurteilen die Dinge rationaler, was für den Trainingsleiter im konkreten Einzelfall jedoch nicht eindeutig feststellbar ist.

Einen gravierenden Nachteil der Papierbögen ist die Notwendigkeit, sie vor jeder Veranstaltung auszudrucken. Regelmäßig werden Reserveblätter benötigt, wenn die tatsächliche Anzahl unserer Teilnehmer nicht feststeht. Der damit verbundene Verbrauch an Papier und Druckertoner ist kostenrelevant und aus ökologischen Gründen nicht zeitgemäß.

Nutzen Sie dagegen ein elektronisches Erfassungssystem, können Sie sich über erhebliche Erleichterungen bei der Auswertung freuen. Die Ergebnisse können leicht und äußerst vorgesetztenfreundlich grafisch dargestellt werden. Am Markt werden entsprechende Lösungen für die Einbindung in das firmeneigene Intranet angeboten.

Tipp:

Klären Sie unbedingt vorher, ob die elektronische Erfassung und Speicherung der Daten erlaubt ist – Stichworte: DS-GVO, Datenschutz, personenbezogene Daten etc.

Fazit

Papier Elektronisch
Pro Archivierbarkeit Schnelle Verfügbarkeit im Training Keine manuelle Übertragung notwendig vielfältige, schnelle Auswertungsmöglichkeiten in Realzeit
Contra Müssen vor jeder Veranstaltung bereitgestellt werden Kopierkosten Ökologie Gefahr des zeitlichen „Datenverschleißes“ Systemkosten
Gemeinsamkeit Möglichst noch in der Veranstaltung ohne Ablenkung ausfüllen Identifizierende Daten sind zu vermeiden Datenschutzaspekte abklären
Quelle: eigene Recherchen (div.)

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